Freitag, 8. Juni 2012
Grünes Licht für die Kloten Flyers: Die National League beschloss an ihrer Versammlung in Lugano, die kommende NLA-Saison mit dem in arge finanzielle Schieflage geratenen Traditionsklub in Angriff nehmen zu wollen.
Die Klubs der NLA und NLB stimmten laut Leistungssport-Direktor Ueli Schwarz "absolut eindeutig" dafür, dass den Flyers die Lizenz "unter strengen Auflagen" erteilt wird. Sie sind überzeugt, dass die Zürcher Unterländer nach den jüngsten Entwicklungen vor einer finanziell gesicherten Zukunft stehen. Es sei intensiv diskutiert worden, sagte Schwarz, ehe der "wohl überlegte Entscheid" von den Klubs der National League nach etwas mehr als einer Stunde gefällt worden sei.
Als Grundlage für die positive Haltung gegenüber den Flyers dienten einerseits das Sanierungskonzept der Task Force um den ehemaligen Präsidenten Peter Bossert, vor allem aber die (bedingte) Zusage der Investoren Philippe Gaydoul und Thomas Matter. Das Duo will sich mit maximal sechs Millionen Franken an der EHC Kloten Sport AG beteiligen und die Flyers in den kommenden Jahren führen.
In ihrem Communiqué betont die National League, dass die Teilnahme Klotens an der Meisterschaft 2012/13 davon abhängt, ob die Flyers die Auflagen der Investoren erfüllen können. Gaydoul und Matter, die zusammen mindestens 67 Prozent der Aktien der EHC Kloten Sport AG halten wollen, fordern bis Ende Juni eine Reduktion des Fremdkapitals von 10,9 auf 3 Millionen Franken und ein ausgeglichenes Budget für die kommende Saison.
Nach wie vor besitzt die EHC Kloten Sport AG den Status "Lizenz mit strengen Auflagen". Nach dem Bekanntwerden des Engagements neuer Investoren und des gewährten Konkursaufschubs bis zum 2. Juli werden der Sanierungsfortschritt und der Businessplan der Flyers von der Ligaführung begleitet, um sicherzustellen, dass der Spielbetrieb für die im September beginnende Saison garantiert ist.
Angesichts der laufenden wichtigen Projekte und "im Sinne der Kontinuität im Schweizer Eishockey" sprachen sich die Klubs überdies dafür aus, dass Philippe Gaydoul während einer Übergangszeit den Posten als Verbandspräsident behält. Sollten Interessenkonflikte auftreten, würden diese mit geeigneten Massnahmen wie Ausstandsregeln gelöst. Gaydoul wird mindestens bis zum Saisonstart der höchsten beiden Ligen Mitte September im Amt bleiben. Wie lange die Übergangszeit dauert, wird kurz darauf an der Generalversammlung des Verbandes, an der auch die Vertreter der Amateur-Liga teilnehmen werden, entschieden. Gaydoul hatte unlängst betont, dereinst "früher oder später" ohnehin zurücktreten zu wollen. (Si)