Freitag, 9. Juli 2010
Der Finanzhaushalt der Rapperswil-Jona Lakers verkraftete die sportlich missglückte Saison 2009/10 mit der Landung im Play-out erstaunlich gut. Der annoncierte Jahresverlust der Sport AG (126'000 Franken) wäre fünfmal höher ausgefallen ohne den Zuschuss des Verwaltungsrats von 600'000 Franken. Trotzdem liegen derart rotgefärbte Zahlen in Relation zum Totalumsatz von 10,1 Mio. Franken der AG und der Caterings GmbH im Rahmen, gemessen etwa auch an den Verhältnissen im Fussball, wie die "Neue Zürcher Zeitung" am Donnerstag berichtete.
Allein die Bilanz dokumentiert, dass die Leitung am Obersee den besseren Durchblick hat als andere Gesellschafter in der NL GmbH. Per 30. April 2010 weist die Bilanz Passiven von 2,9 Mio. Franken, aber nach saldierten Jahresverlusten immer noch 1,9 Mio. Eigenmittel aus, womit die Rapperswil-Jona Lakers besser kapitalisiert sind als andere Vereine. Die Lakers führen im Anlagevermögen die Ausbildungswerte des Fanionteams mit 1,1 Mio., während der letzte Vergleichswert Klotens um 2 Mio. höher lag.
Trotz sportlichen Kapriolen und Trainerwechsel wurden aus dem Ticketing 1,48 Mio. gelöst, 2,5 Prozent weniger als 2009. Mit diesem Ertrag bleiben die St. Galler nur 300'000 Franken unter dem Referenzwert der GC-Fussballer, was zeigt, wie gut der Verein von der Region getragen wird. Die Misere drückte die Personalkosten in die Höhe (7,8 Mio.), plus 700'000 Franken gegenüber dem Vorjahr.
Wegen Verletzungen beliefen sich die Versicherungs-Rückzahlungen auf 688'000 Franken, fast das Doppelte einer normalen Saison. Prominente Abgänge (Reuille, Paterlini, Berglund) entlasten den Etat um über 1,6 Mio. Franken.
Die Lakers kalkulieren fortan mit 5 Mio. Franken Personal- und 2,2 Mio. Franken Sozialkosten, nach Angaben der St. Galler das vierttiefste Budget der NLA. Trotzdem bleiben die Play-offs das Ziel, auch für das klubeigene Catering, das gedeiht und im letzten Winter fast 600'000 Franken abwarf. Jürg Vogel, NZZ