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Donnerstag, 20. Mai 2010
Das Finale der Uefa Champions League zwischen FC Bayern und Inter Mailand am kommenden Samstag ist auch ein Kräftemessen zweier Geschäftsmodelle, wie das deutsche Handelsblatt schreibt. Während Bayern München hauptsächlich vom Sponsoring lebt, erzielen die Mailänder wie so viele Top-Klubs in Europa den Grossteil ihrer Einnahmen aus TV-Geldern.
Am Samstag treffen im Finale der Fussball Champions League in Madrid nicht nur zwei verschiedene Spielsysteme (offensiv und defensiv) aufeinander, auch wirtschaftlich begegnen sich unterschiedliche Geschäftsmodelle: Die Haupteinnahmen beider Klubs stammt aus unterschiedlichen Quellen.
In der Saison 2008/09 hat Bayern München gemäss einer Studie von Sport+Markt demnach 159 Mio. Euro mit Sponsoring- und Marketingeinnahmen erzielt. Das entspricht 54 Prozent des Umsatzes von knapp 290 Mio. Euro. Bei Inter Mailand sind es nur 53 Mio. Euro – 26 Prozent des Gesamtumsatzes von rund 197 Mio. Euro.
Die Mailänder hingegen schöpfen das meiste Geld aus den nationalen TV-Einnahmen: In der Saison 2008/09 gelangten so 116 Mio. Euro in die Klubkasse. Die Bayern mussten mit knapp 70 Mio. Euro an inländischen TV-Geldern auskommen. Der Grund: Der italienische Meister verwertet seine TV-Rechte selbst, die Deutsche Fussball Liga verkauft die Rechte aller Bundesligaklubs zentral.
Die Italiener haben es aber versäumt, aus der komfortablen Situation mehr Kapital zuschlagen. "Die Top-Klubs der ersten italienischen Liga konnten durch die TV-Gelder immer gut leben. Daher haben sie andere Geschäftsbereiche wie etwa Sponsoring vernachlässigt", sagt Stefan Ludwig, Fussball-Experte der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. Bayern München habe früh damit angefangen, diese fehlenden TV-Gelder durch andere Aktivitäten auszugleichen. So zahlt die Deutsche Telekom den Bayern pro Saison 20 Mio. Euro für die Trikotwerbung – Höchstwert in Europa. Inter erhält vom Reifenhersteller Pirelli 11,5 Mio. Euro.
Die Münchener profitieren zudem von ihrem modernen Stadion. In den letzten beiden Spielzeiten war die Allianz Arena bei den Ligaspielen komplett ausgelastet. In der Saison 2008/09 nahm der deutsche Rekordmeister so fast 61 Mio. Euro ein. Inter brachte es nur auf gut 28 Mio. Euro bei 69 Prozent Auslastung. "Wegen der vielen Logen und Hospitality-Bereiche lässt sich in modernen Arenen mehr Umsatz erwirtschaften", sagt Ludwig.